Jedes Jahr, wenn die Nächte kälter wurden, zog ein dichter Nebel über einen kleinen Bergsee. Die Bewohner der umliegenden Dörfer wagten sich nur selten hinaus. Wer es doch tat, hörte leise Musik, die aus keiner Richtung zu kommen schien, und sah eine silberne Gestalt, die sich auf dem Wasser bewegte. Wer versuchte, sie zu berühren, sah nur, wie sie verschwand – als sei sie aus Licht und Nebel geformt.
Manche flüsterten, es sei ein Geist, andere sagten, es sei ein uraltes Wesen, das das Wasser bewachte. Der Nebel ließ die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwimmen.
Der Nebel entstand durch natürliche Gasemissionen des Sees, die sich in der kühlen Nacht sammelten. Die Musik war ein Echo von Wasserfällen in der Nähe. Die silberne Gestalt war ein Reiher, dessen glänzendes Gefieder im Nebel und Mondlicht wie ein geisterhafter Schimmer wirkte.








