Abatwa bezeichnet in südafrikanischen Überlieferungen ein geheimnisvolles kleines Volk, das vor allem in Zulu Erzähltraditionen erscheint. Die Wesen gelten als winzig, leben nach dem Volksglauben im hohen Gras, zwischen Felsen oder bei Ameisenhügeln und treten oft als verborgene Jäger mit vergifteten Pfeilen auf. Besonders auffällig ist, dass sie als stolz und leicht beleidigt beschrieben werden. Wer ihre geringe Größe verspottet oder sie nicht ernst nimmt, zieht in den Geschichten schnell ihren Zorn auf sich.

Gerade dadurch stehen die Abatwa symbolisch für das Unterschätzte, das im Verborgenen Macht entfaltet. Schriftlich greifbar ist der Stoff vor allem ab dem 19. Jahrhundert, doch die Erzähltradition selbst ist deutlich älter und gehört in den vorkolonialen mündlichen Überlieferungsraum des südlichen Afrika. In kulturhistorischen Deutungen wird zudem vermutet, dass sich in den Mythen auch Erinnerungen an reale Begegnungen mit San Gruppen spiegeln könnten.

„Alles, was wir sehen oder zu sehen glauben, ist nichts als ein Traum in einem Traum.“ Edgar Allan Poe

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