Ein digitales Schreckbild nimmt Gestalt an Es gibt Internetphänomene, die wie ein Schatten aus dem Nichts auftauchen und sich dennoch in das kollektive Gedächtnis einbrennen. Die Blue Whale Challenge gehört genau in diese Kategorie. Als der Name ab 2016 zunächst in Russland und wenig späte...
Die Blue Whale Challenge bezeichnet ein angebliches Online Phänomen, das ab 2016 international für Aufsehen sorgte und vor allem mit Berichten aus Russland verbunden wurde. Beschrieben wurde sie als düstere Abfolge von Aufgaben, die junge Menschen über mehrere Wochen psychologisch unter Druck setzen und schrittweise in selbstschädigendes Verhalten treiben sollte. Bekannt wurde der Begriff durch alarmierende Medienberichte, durch Diskussionen in sozialen Netzwerken und durch Warnungen von Schulen, Eltern und Behörden.
Zugleich zeigte sich später, dass viele Behauptungen über ein klar organisiertes globales Spiel nur schwer belegbar waren. Deshalb gilt die Blue Whale Challenge heute als Mischung aus digitalem Mythos, moralischer Panik und realer Sorge vor manipulativen Online Kontakten. Für Mystery, Internetkultur und Medienkritik ist der Fall bis heute relevant, weil er zeigt, wie schnell sich Angst im Netz verbreitet und wie schwer sich Fakten, Gerüchte und symbolische Bilder in digitalen Räumen voneinander trennen lassen.

