Was die Duat im alten Ägypten bedeutete Die Duat gehört zu den rätselhaftesten Vorstellungsräumen der altägyptischen Religion, denn sie war weder bloß Unterwelt noch nur ein Reich der Toten. Vielmehr erschien sie als Übergangsraum, als Zone der Verwandlung und zugleich als nächtliche Lands...
Die Duat ist in der altägyptischen Mythologie das geheimnisvolle Reich der Nacht, das oft als Jenseitswelt oder Unterwelt beschrieben wird, jedoch weit mehr umfasst als ein bloßes Totenreich. Nach religiöser Vorstellung reist der Sonnengott Re in den Nachtstunden durch die Duat, während Verstorbene dort Prüfungen, Tore und das Totengericht bestehen müssen. Besonders eng verbunden ist sie mit Osiris, dem Herrscher des Jenseits, sowie mit der Idee von Wiedergeburt, Ordnung und kosmischem Gleichgewicht.
In Texten wie dem Totenbuch, dem Amduat und dem Pfortenbuch erscheint sie als vielschichtige Landschaft aus Wasserwegen, Hallen, Feuerzonen und bewachten Übergängen. Historisch ist die Vorstellung seit dem Alten Reich belegt und prägte die ägyptische Religion über viele Jahrhunderte. Für die Forschung ist die Duat ein zentrales Symbol für den Übergang zwischen Tod, Prüfung und neuer Existenz im alten Ägypten.

