Geisterwellen sind extrem hohe Einzelwellen auf offener See, die deutlich über die umgebenden Wellen hinausragen und deshalb auch als Monsterwellen oder Rogue Waves bezeichnet werden. In der Ozeanografie gilt meist die Definition, dass eine Geisterwelle mehr als doppelt so hoch ist wie die signifikante Wellenhöhe ihrer Umgebung. Gerade dadurch wirken Geisterwellen so plötzlich, unberechenbar und gefährlich für Schiffe sowie Offshore Anlagen. Lange hielten Forscher solche Berichte für Seemannsgarn, doch am 1. Januar 1995 wurde mit der berühmten Draupner Welle in der Nordsee erstmals eine echte Geisterwelle zuverlässig durch Messinstrumente erfasst.

Dieses Ereignis veränderte die Forschung grundlegend und zeigte, dass Geisterwellen reale Naturphänomene sind. Heute untersucht die Wissenschaft, wie Wind, Strömungen, Kreuzsee und nichtlineare Welleneffekte solche extremen Wasserberge entstehen lassen. Geisterwellen stehen damit zugleich für moderne Meeresforschung, nautische Gefahr und die unheimliche Faszination des offenen Ozeans.

„Alles, was wir sehen oder zu sehen glauben, ist nichts als ein Traum in einem Traum.“ Edgar Allan Poe

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