Eine Insel der Isolation im Herzen von New York Mitten im East River, zwischen Manhattan und Queens, liegt Roosevelt Island. Heute wirkt der schmale Landstreifen fast friedlich, doch im 19. Jahrhundert war er das Gegenteil davon. Damals hieß er noch Blackwell’s Island, und die Stadt New Yo...
Roosevelt Asylum ist die geläufige moderne Bezeichnung für das frühere New York City Lunatic Asylum auf Blackwell’s Island, dem heutigen Roosevelt Island in New York. Die psychiatrische Einrichtung wurde 1839 eröffnet und zählt zu den frühen spezialisierten Anstalten für psychisch kranke Menschen in den Vereinigten Staaten. Historisch bekannt wurde der Ort durch seine isolierte Lage im East River, durch Überfüllung, schlechte Versorgung und die später öffentlich gewordenen Missstände.
Besonders prägend war der Bericht der Journalistin Nellie Bly aus dem Jahr 1887, die verdeckt in die Frauenabteilung eingeschleust wurde und erschütternde Zustände dokumentierte. Heute gilt Roosevelt Asylum als Symbol für die düstere Geschichte früher Psychiatrie, für soziale Ausgrenzung und für die schmale Grenze zwischen Fürsorge und Verwahrung. Vom ursprünglichen Komplex blieb vor allem der Octagon Tower erhalten, der bis heute als sichtbarer Rest des einst gefürchteten Asyls auf Roosevelt Island gilt.

