Der Moment, in dem Vertrautes instabil wird Es gibt Naturereignisse, die sich langsam ankündigen. Ein Sturm zieht auf, ein Fluss steigt, ein Hang beginnt zu rutschen. Sinklöcher dagegen wirken oft anders, denn sie erscheinen wie ein Bruch im Gewohnten. Eben noch war dort eine Straße, ein A...
Sinklöcher sind plötzlich entstehende oder langsam wachsende Vertiefungen im Boden, die auftreten, wenn der Untergrund seine Tragfähigkeit verliert. Besonders häufig bilden sie sich in Regionen mit Kalkstein, Gips oder Salz, weil Wasser diese Gesteine über lange Zeit auflösen kann. Dadurch entstehen unterirdische Hohlräume, und sobald die darüberliegende Schicht nachgibt, bricht die Oberfläche ein. Das Phänomen ist geologisch seit sehr langer Zeit bekannt und tritt weltweit auf, vor allem in Karstlandschaften. Sinklöcher können jedoch auch durch menschliche Eingriffe begünstigt werden, etwa durch Rohrbrüche, Bergbau oder starke Grundwasserentnahme.
Je nach Ursache erscheinen sie als kleine Senke oder als tiefer Krater, der Straßen, Häuser oder Felder beschädigt. Für die Forschung sind Sinklöcher ein wichtiges Beispiel dafür, wie Wasser, Gestein und Zeit zusammenwirken. Zugleich wirken sie auf viele Menschen unheimlich, weil der feste Boden plötzlich instabil wird und vertraute Landschaften schlagartig verändert.

