Ein Brunnen, der schwieg Vor vielen Jahrhunderten stand auf der heutigen Wieden in Wien ein Brunnen, der kein Wasser mehr gab, und doch sprach man ständig über ihn. Niemand wusste, wann zuletzt ein Eimer hinabgelassen worden war, denn selbst die Ältesten konnten sich nicht erinnern, jemals...
Als die Donau noch ungezähmt war Vor sehr vielen Jahren, als Wien kaum mehr als ein kleines Städtchen gewesen ist, lebten am Ufer des mächtigen Stromes einfache Fischersleute. Damals floss die Donau nicht ruhig und gebändigt in ihrem Bett, sondern sie verzweigte sich in zahlreiche Arme, di...
Zwei Brüder und eine verlorene Krone Unruhig war das Reich in jenen Jahren, und Macht lag wie ein zerbrechliches Versprechen in der Luft, während alte Bündnisse schwankten. Kaiser Friedrich, später der Schöne genannt, stammte aus dem Hause Habsburg und trug deshalb große Erwartungen. Denno...
Häuser ohne Nummern und Zeichen mit Bedeutung Es hat in Wien eine Zeit gegeben, in der das Auffinden eines Hauses weniger eine Frage der Ordnung als der Einbildungskraft war, so auch in der Bäckergasse. Straßen kannten zwar Namen, doch Hausnummern fehlten, und wer jemanden suchte, musste s...
Die Gasse der Bögen und der trügerische Frieden In der Bognergasse, unweit des geschäftigen Herzens Wiens, lebten und arbeiteten zu Beginn des 16. Jahrhunderts jene Handwerker, deren Erzeugnisse zwischen Krieg und Jagd unentbehrlich waren. Dort, wo der Geruch von Holz, Leim und Hanfsehnen ...
Eine Sage zwischen Spott, Magie und Warnung Um die Mitte des 16. Jahrhunderts, etwa um das Jahr 1550, war Wien nicht nur Residenzstadt, sondern auch ein Sammelpunkt für Gelehrte, Künstler und fahrende Schüler. Wissen zirkulierte in Wirtshäusern ebenso wie an gelehrten Orten, doch zugleich ...






